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"Rockabilly Wedding - Wenn alles anders kommt ..."

 

Andreas Reichelt, Autor des Jahres 2016 (Planet Awards), legt mit Rockabilly Wedding erneut eine skurrile Komödie vor. Die Handlung cruist diesmal gewissermaßen in einem 54er Chevy röhrend um eine Themenhochzeit. Kennzeichnend für Reichelts Plots ist die Betonung des Provinziellen, auch befördert durch die Assoziation Rockabillly mit Hillbilly – also Landei. Und das Figurenpersonal hat tatsächlich einige hinterwäldlerische und skurrile Typen aufzubieten.

 

Nun also Back-to-the-fifties. Alte Schulfreunde, unter ihnen ein Sträfling auf Freigang, sind geladen. Man kalauert, scherzt und denkt an vergangene Zeiten. Ein Vorspiel. Die Hochzeit des Joe von Scharffenlow mit der schönen Brunhilde verläuft trotz Elvis-Imitator, fünfstöckiger Hochzeitstorte und 244 Gästen jedoch dann doch nicht ganz so, wie von Joe gedacht.

 

Jemand liegt plötzlich im Schlossgarten am Boden. Offensichtlich niedergeschlagen. Sofort beginnt sich des Bräutigams durch viele Regalmeter Krimiromane autodidaktisch ausgebildeter Spürsinn zu melden. Dann noch ein ominöser Anrufer. Er geht den präsentierten Hinweisen nach und versucht inmitten seines engsten Freundeskreises auf einem Notizblock Ordnung in sein Hirn zu bekommen. Kollege Hercule Poirot stand wohl Pate in dieser Szene. Doch ist hier noch nicht Schluss. Joe ist eben Hobby- und nicht Meister-Detektiv. Erst in der Schlusspointe fügt sich alles zum harmonischen Ganzen. Das Kriminalistische erscheint in der Erzählung nur in homöopathischer Verdünnung, als Parodie und eingebunden in das Gesamtkonzept der Rockabilly Feier. Das Buch ist mit lockerer Hand leicht geschrieben und ebenso leicht zu lesen. Lesespass garantiert.

 

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