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Quirliger Abschluss einer Trilogie: "Brezensalzer"

Nach „Saisonabsch(l)uss“ und „Haderlump“ ist mit „Brezensalzer“ die Trilogie nun im Kasten. Ein letztes Mal gerät der schrullige, aber irgendwie doch liebenswürdige Physiotherapeut aus Pfarrkirchen in einen Strudel voll skurriler Situationen. 

 „In seiner neu gegründeten Praxis, bekommt der Protagonist es mit anhänglichen Angestellten und einem alten Freund mit psychopathischen Zügen zu tun. So hatte er sich die fünfzehn Jahre bis zur heiß ersehnten Rente nicht vorgestellt. Ein Glück, dass er mit seiner Familie die kommenden Wochen im Urlaub auf Sylt verbringt. Als ihm am Strand das Opfer einer Straftat vor die Füße fällt, bekommt er es auf der Insel erneut mit der Polizei zu tun. Und mit der bayerisch-preußischen Sprachbarriere ...“ (acabus Verlag).

 

Letztere ist bekanntermaßen nicht ganz so durchlässig. Jenseits des Weißwurstäquators dürfte man daher eine kurz eingestreute Begriffserklärung durchaus zu schätzen wissen. Brezensalzer (sprich: Breznsoiza) wird ein langweiliger, etwas depperter Typ gerufen, der nicht viel auf dem Kasten zu haben scheint und daher einfach griffig auf Hilfstätigkeiten reduziert wird. Doch aus dem harmlosen Beginn entwickelt sich schnell ein Parforceritt durch den nicht ganz alltäglichen Alltag der Hauptfigur, dessen Name endlich auf der letzten Seite eingeführt wird. Ähnlich wie in den Vorgänger-Romanen schlägt Reichelt aus dem Zusammenprall von innerer und äußerer Welt des überspannten Therapeuten reichlich komödiantische Funken. Alles ist immer ein bisschen anders, immer ein bisschen schräg. Ein ums andere Mal wird der Lesers an der Nase herumgeführt. So ist der Gegenspieler, der Brezensalzer, letztlich doch nicht ganz zu unterschätzen. Aber auch die sparsam eingesetzten, kriminalistisch angehauchten Elemente fügen sich ins wirbelnde Kaleidoskop.  Sie gleichen dem Salz auf der Brezen.

 

Matthias Schneider-Dominco

http://www.acabus-verlag.de/belletristik_9/literatur_2/roman_12/haderlump_9783862825097.htm

(Werbekennzeichnung nach dem §§ 2 Nr. 5 TMG (Telemediengesetz) ff)

 

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